IQOS ist ein Tabakprodukt ausschliesslich für erwachsene Raucher, die eine Alternative suchen. IQOS ist nicht risikofrei.

430 Wissenschaftler forschen am Ende der Zigarette

Die Zukunft des Tabakkonzerns Philip Morris ensteht am Neuenburgersee: Was im «Cube» entwickelt wird, soll die Welt erobern.

Die grosse Halle der Philip-Morris-Fabrik am Neuenburgersee ist zweigeteilt. Es gibt eine ockerfarbene Zone und eine blaue, erkennbar an der Farbe des Bodens. Im ockerfarbenen Teil rollen Zigaretten vom Band. Marlboros und andere Produkte für den Schweizer Markt, für Japan oder den arabischen Raum, verpackt in Schachteln, verpackt in Stangen, eine nach der anderen.

Im blauen Teil, so glaubt man bei Philip Morris International, fabrizieren Maschinen und Mitarbeiter die Zukunft des Konzerns: HEETS, die kurzen Tabak-Sticks für das hauseigene IQOS-System, das seit ein paar Jahren in verschiedenen Märkten erhältlich ist. Auch in der Schweiz. Nirgendwo sonst auf der Welt werden Zigaretten und HEETS parallel produziert ausser hier.

Im «Cube» in Neuenburg forschen Wissenschaftler aus aller Welt an der Zukunft des Tabaks. (Daniel Kellenberger)

«Vor einem Jahr haben wir in Griechenland die letzte Zigarette produziert, sagt Philip-Morris-Sprecher Julian Pidoux. «Jetzt rüsten wir dort alle Maschinen auf HEETS um» Geht der Plan des Konzerns auf, dürfte es irgendwann auch in der Schweiz so weit sein.

Nicht einmal 50 Meter vom Zigaretten-Werk entfernt hat in Neuenburg alles begonnen. «The Cube» heisst das Gebäude, in dem die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Philip Morris International untergebracht ist. Über 430 Wissenschaftler aus fast 40 Nationen tüfteln dort seit knapp zehn Jahren im Auftrag des Tabak-Weltkonzerns. Gegen drei Milliarden Franken flossen bisher in die Forschung, fünf Milliarden sind es, wenn man Entwicklung und Produktion mitrechnet. Allein 120 Millionen kostete der Bau des «Cubes».

430 Forscherinnen und Forscher arbeiten im «Cube». (PMI)

Die Mission: Sogenannte «Reduced Risk Products», neu entwickelte tabak- und/oder nikotinhaltige Produkte, die eine bessere Alternative zur Zigarette sind, sollen das Unternehmen in die Zukunft führen. IQOS ist nur die erste von vier Linien. Weitere sind in Entwicklung oder sind in einigen Märkten bereits verfügbar.. Alles im Wissenschafts-Würfel dreht sich um die Frage: Wie kann man die Zigarette ersetzen?

«Die Schweiz ist ein idealer Standort für unser Zentrum», sagt Sprecher Julian Pidoux. «Viele unserer Forscher kommen ursprünglich aus der Pharma-Industrie, aber wir greifen zum Beispiel auch auf das Know-How der Uhren- und Mikroelektronikbranche zurück.»

Am Ufer des Neuenburgersees kommt das Know-How aus ganz verschiedenen Branchen zusammen. (Daniel Kellenberger)

In Neuenburg arbeiten Forscher am Ende der Zigarette. Der erste Schritt dazu ist IQOS, ein «Heat-not-Burn»-Produkt: Anders als bei Zigaretten wird der Tabak nicht bei rund 800 Grad verbrannt, sondern mit einem Metallplättchen auf bloss 350 Grad erhitzt, statt Rauch atmen die Konsumenten Tabakdampf ein.

«Erde», «Wasser» und «Luft» heissen die drei Flügel des Philip-Morris-Forschungszentrums in Neuenburg. «Feuer» fehlt, der «Cube» kommt ohne das Element aus. Das IQOS-System wurde fast ausschliesslich in und um Neuenburg entwickelt. «Nur bei den Batterien mussten wir auf das Know-how aus Asien zurückgreifen», sagt Julian Pidoux. Die Elektronik, die Platinen, das Testprozedere für das Gerät – alles wurde in der Schweiz entwickelt, über 60 Partnerfirmen waren beteiligt. «Nur eine Schweizer Firma hat im Jahr 2017 mehr Patente als Philip Morris International eingereicht», sagt Pidoux.

IQOS war erst der Anfang: In den Neuenburger Labors geht die Arbeit weiter. (PMI)

Einzigartig macht den «Cube» aber auch, wie eng hier Forscher aus verschiedensten Disziplinen zusammenarbeiten. Die Büros der Sensoriker sind nur ein paar Schritte von den Labors der Agronomen entfernt, die Materialdesigner sind eine Etage höher. «Die Nähe macht alles viel einfacher», sagt Pidoux, «die Rückmeldungen kommen schneller, Probleme lassen sich unkomplizierter lösen».

Der Komplex erinnert mehr an den Campus eines Start-ups als an eine Forschungsanstalt, von den meisten Abteilungen sind es bloss ein paar Schritte zur nächsten Sitzecke, wo sich Wissenschaftler mit Kollegen austauschen können. Im Erdgeschoss wachsen Pflanzen. Sogar Tabak gedeiht.

Im «Cube» sind die Wege zwischen den verschiedensten Forschungsdisziplinen kurz. (Daniel Kellenberger)

IQOS erobert von Neuenburg aus bereits die Welt, besonders in Japan ist die Nachfrage gross. Weitere Produkte sollen folgen. Aber auch nach der Lancierung sind Entwickler mit der Verbesserung des Produkts beschäftigt, das Gerät ist mittlerweile in Version 3.0 erhältlich.

Ein Forscher im «Cube». (PMI)

Das ist nur der Anfang. IQOS ist bloss die erste Produktlinie, die Philip Morris in der Schweiz zur Marktreife entwickelt hat. Der Konzern spricht von verschiedenen «Plattformen», gewisse Produkte sind anderswo erhältlich, andere noch gar nicht vorgestellt. Und Wissenschaftler wie der Toxikologe Marco Esposito arbeiten mit Hochdruck daran, ganz genau herauszufinden, welche und wie viele Schadstoffe man mit dem Tabakdampf einatmet.

Die Forscher in Neuenburg werden also so bald nicht ruhen können. Dafür vielleicht bald die ockerfarbenen Zigaretten-Produktionsstrassen im Fabrikgebäude nebenan, bevor sie – wie in Griechenland – für die Tabakprodukte der Zukunft umgerüstet werden.

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2019-10-23T11:47:05+02:00
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